Töchter als Pubertäter oder: Mein Gott, was hab`ich falsch gemacht??

Okay, ich bin alleinerziehend. Und das ja nun schon seit einigen Jahren.In meinem Freundeskreis habe ich beobachtet, daß alleinerziehende Mütter- Väter auch, wie ich annehme- dazu neigen, dieses familiäre Manko überzukompensieren.Frau fragt sich bei jedem jugendlichen Exzess, der die meisten anderen Mitmenschen sehr cool läßt: "Was habe ich diesem armen Menschenkind nur vorenthalten? Ich habe sie der Freuden einer intakten Familie beraubt!!- Kein Wunder, daß sie so ist." Und natürlich: "Ich bin einfach eine Rabenmutter!!" Nicht, daß das mal irgendjemand irgendwann über mich gesagt hätte......warum auch? Ich habe diesbezüglich eine "selbstkasteiende Ader", das kann man nicht anders sagen. und natürlich liebe ich meine Kinder und zwar ("Nein, Mutter, ich liebe alle gleich!!!")Diese Überkompensieren sieht dann so aus: Frau arbeitet wie blöde, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß es ihren Kindern an nichts, wirklich gar nichts fehlt, was für andere Kids selbstverständlich erscheint.Jedes Paar billiger Turnschuhe, jedes löchrige Top, jede Jeans unter 40 Euro, jede Pommes/ Hamburger zum Mittagessen, jede Ungepflegtheit bei den Kindern, jede erforderliche Reduzierung des Taschengeldes, jedes sinnfreie Abhängen der Kinder statt Geigenstunde.erscheint frau als persönliches Eingeständnis ihrer Niederlage und sorgt für ein schlechtes Gewissen den alleinerzogenen Kindern gegenüber.Tja, in meinem Fall stellt es sich so dar, daß ich vor lauter Schuldgefühlen gegenüber meiner bald 17-jährigen Tochter alle, wirklich alle eigentlich nicht zu übertretenen Grenzen habe aufweichen lassen, daß sie fast immer bekam, was sie wollte und offenbar ganz wesentliche Dinge im Leben nicht gelernt hat: Respekt, Beständigkeit, Zuverlässigkeit, Zielstrebigkeit seien beispielhaft hier genannt.Bei meinen anderen Kindern ist hingegen "trotz allem" alles gut gegangen....seltsam eigentlich.- Mein Sohn hat ein klasse Abi gemacht und will studieren.....auch die Kleine besucht jetzt die 5. Klasse des Gymnasiums und macht sich auch notentechnisch prima!!:-)))Wohingegen.......meine Große mit einem dann saumäßigen Abgangszeugnis die Schule abbrechen will und aktuell unbedingt Autolackiererin werden will....(ich sach mal: Falls sie jemand nimmt mit zB ner 6 in Mathe...)Es gibt nichts, gar nichts, was ich bei ihr ausgelassen habe. Kein Kelch mit elterlichen Sorgen in der Pubertät ging an mir vorbei..- Schuleschwänzen, häuslicher Diebstahl, möglicher Drogenabusus, nebulöser Freund (mit dem überhaupt alle Sorgen anfingen, jawohl!!) und Dauerpartymachen.........all das führte bei mir zu dem Folterinstrument Schlafentzug, und zwar in der ganz massiven Form, nämlich so, daß ich manchmal fest davon ausging, daß bald die Hallus kommen müßten......Der Vater kümmert sich leider (überhaupt) nicht, ich hatte zeitweise in meiner Hilflosigkeit sogar das Jugendamt (mit enttäuschendem Ergebnis) involviert.Und am Schluß kommt es natürlich so, wie es kommen muß: ICH gebe mir die Schuld.Eine Bekannte tätigte neulich den Spruch: "Soooviele Alleinerziehende müssen Arbeit und Kids unter einen Hut bekommen und schaffen es, aus ihren Kindern anständige Menschen zu machen..."Ja, sag ich doch....ich bin einfach schuld!!Würden Männer auch ständig die Schuld bei sich suchen????- Wohl eher nicht, woll?

19.12.16 12:37

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